Nachbarschaftsfest an der Geflüchtetenunterkunft Kammerbroich
„Das könnte durchaus zu einer Dauereinrichtung werden“
Nachbarschaftsfest an der Geflüchtetenunterkunft Kammerbroich in Rösrath kam gut an.
Es war eine bunte nachbarschaftliche Mischung, die sich vergangenen Freitag zum „Tag der Nachbarn“ auf einer Wiese am Kammerbroich in Rösrath traf: Anwohner, Menschen aus der nahegelegenen Geflüchtetenunterkunft und der Notunterkunft für Wohnungslose feierten gemeinsam bei Reibekuchen und Würstchen. Organisiert wurde das Fest von einer Gruppe engagierter Rösrather, darunter die Flüchtlingshilfe, der Quartiersentwickler Camilo Aguilar Bravo und die Engagierte Stadt. Ein Highlight war das Mitmach-Mobil vom Kolping-Netzwerk für Geflüchtete, das neben Informationen über Fluchtursachen und -wege und einem vielgenutzten Kicker auch Bühne für den fetzigen musikalischen Auftritt der „Flying Tornados“ bot.
„Ich finde es schön, mit den Leuten zu feiern und ein bisschen Spaß zu haben“, sagt Maik, ein junger Mann, der seit einiger Zeit in der Notunterkunft an der Brander Straße lebt. Nebenan bemalen Hodan und Setayesch gemeinsam mit Kindern aus dem Flüchtlingsheim kleine Windlichtgläser. „Ich bin hier vor allem wegen Frau Renate, die ist voll nett“, sagt Setayesch und zeigt auf eine ältere Dame hinter dem Kuchenbuffet. „Sie unterstützt mich ganz viel.“ Monika Zeckai, Leiterin des Flüchtlingscafés in Rösrath, freut sich über die Gelegenheit, ihr Angebot in größerer Runde vorstellen zu können: „Das Café findet immer dienstags von 16 bis 18 Uhr im Rösrather Juze statt und Interessierte sind herzlich eingeladen!“ Erich wohnt seit Jahrzehnten in der Nachbarschaft am Pestalozziweg: „Ich bin froh, dass hier mal was los ist, und man Gelegenheit hat, andere Leute kennenzulernen. Ich finde, das könnte durchaus zu einer Dauereinrichtung werden“, sagt er augenzwinkernd. Gemeinsam mit seiner Nachbarin erklimmt er das Mitmach-Mobil und lässt sich von den beiden jungen Kolping-Mitarbeitern Alejandro und Henry zum Thema Flucht informieren. Derweil finden sich auf der erst kürzlich von Ehrenamtlichen neu gebauten Sitzgruppe immer wieder neue Grüppchen zum Gespräch zusammen. „Das war ein tolles Fest“, bilanziert Landwirt und Mitorganisator Stephan Mohr, der am Reibekuchenstand alle Hände voll zu tun hatte.
Auch an anderen Orten in Rösrath fanden rund um den „Tag der Nachbarn“, zu dem die Engagierte Stadt in diesem Jahr wieder aufgerufen hatte, kleine Feste statt: So luden – nach erfolgreicher Premiere in 2025 – auch diesmal wieder einige Bewohner zum Nachbarschaftstag in den Tannenweg ein, gefeiert wurde außerdem in der Nachbarschaft um Schloss Eulenbroich, im Weidenauel, im Forsbacher Mühlenweg und Am Hagen, in Hoffnungsthal am Sülzufer oder im Wöllner-Stift mit einem mitreißenden Auftritt der Rockwoodies. „Der ‚Tag der Nachbarn‘ ist eine tolle Gelegenheit für neu zugezogene Menschen, Teil der Gemeinschaft zu werden, aber auch für Alteingesessene, sich einfach mal wieder locker zu treffen und Bekanntschaften aufzufrischen“, so Eva Richter von der Engagierten Stadt. Im nächsten Jahr soll es auf jeden Fall wieder einen „Tag der Nachbarn“ in Rösrath geben.